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Honig vom Balkon: Tipps für Neu-Imker

Ob München, Berlin oder Hamburg: Immer mehr Stadtbewohner begeistern sich für das Imkern auf dem eigenen Balkon oder Dachgarten. Aber dürfen Mieter einfach so einen Bienenkasten in den Garten oder auf den Balkon stellen? Und wer muss dafür aufkommen, wenn Bienen einen Schaden verursachen?

Was das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) dazu sagt und was Bienenhalter und deren Nachbarn wissen müssen, erläutert unser Blog kurz für Sie.

Laut dem Deutschen Imkerbund e.V. ist die Zahl der Imker im Vergleich zum Vorjahr (2014) angestiegen. Der Zuwachs der Bienenhalter ist besonders in den Städten überdurchschnittlich hoch. Urbane Regionen können für Bienen durchaus geeignete Lebensräume darstellen, da diese – anders als ländliche Gebiete – keine Monokulturen, sondern eine vielfältige Auswahl an unterschiedlichen Blüten bieten und der großflächige Einsatz von Pestiziden, die schädlich für Bienen sind, in den Städten nicht üblich ist.

Bienenhaltung auf dem eigenen Grund:

Grundsätzlich darf jeder auf seinem eigenen Grundstück Bienen halten, jedoch muss man hierbei ein paar Einschränkungen beachten.

Für große, fest errichtete Bienenhäuser ist oft eine Baugenehmigung erforderlich. Selbst ein Holzgestell mit 6 Bienenstöcken wird als bauliche Anlage betrachtet, die den Eigenarten des jeweiligen Baugebietes entsprechen muss. Wie viele Bienenstöcke passen, entscheidet die Behörde. Hierbei ist es wichtig, ob die Bienenhaltung ortsüblich ist.

Als Mieter Bienen auf dem Balkon halten:

Laut dem Amtsgericht Hamburg-Harburg handelt es sich bei Bienen um keine Kleintiere, die ein Mieter ohne Zustimmung des Vermieter halten darf und nicht zur vertragsmäßigen Nutzung der Mietwohnung gehören, da diese nicht ortsfest in einem Käfig sitzen und die Wohnung „verlassen“.

Deswegen sollte ein Mieter vor der Anschaffung eines Bienenvolkes die Zustimmung des Vermieters einholen.

Bezüglich der Aufstellung der Bienenstöcke gibt es grundsätzlich keine allgemeine Vorschrift, die den Abstand zwischen Bienenstock und Nachbargrundstück oder öffentlichen Verkehrswege vorgibt. Welche genauen baurechtlichen Regeln einzuhalten sind, sind abhängig von der Größe der Stöcke. Empfehlenswert sind ein Abstand von mindestens 5 Meter zur Grundstücksgrenze und das Pflanzen von Hecken um die Flughöhe zu beeinflussen. Zudem sollte man, um der guten Nachbarschaft willen, die Nachbarn im engeren Umkreis über das geplante Vorhaben informieren.

„Wenn die Aufstellung von Bienenvölkern ortsüblich ist und angemessen erscheint, müssen Nachbarn in der Regel auch Beeinträchtigungen durch die Bienen erdulden – jedoch nur, solange diese zumutbar bleiben.“

Was passiert wenn Bienenschwärme Schäden verursacht?

Verursachen Bienen einen Schaden, wie Arztkosten oder Schmerzensgeld, muss der Imker ihn auch ersetzen. In diesem Zusammenhang lohnt es sich, einen Blick in die private Haftpflichtversicherung zu werfen. Wenn Schäden durch Bienenhaltung nicht abgedeckt sind, empfiehlt sich eine Erweiterung des Versicherungsschutzes.

Bienenhalter, die Mitglied in einem Verband sind, sind durch die Haftpflichtversicherung ihres Imkerlandesverbands abgesichert.

Falls ein Bienenschwarm auszieht, ist sein Eigentümer verpflichtet ihn zu verfolgen, auch durch fremde Grundstücke, wobei er jedoch für verursachte Schäden haftet. Ansonsten wird der Schwarm herrenlos.

Wie sich Neu-Imker vorbereiten sollten

Wer Bienen halten will, muss dies beim Veterinäramt seiner Gemeinde anmelden. Falls bestimmte ansteckende Krankheiten bei einem Tierbestand auftreten, hat der Imker Anzeigepflicht.

In einigen Bundesländer müssen Bienenhalter sich auch bei der Tierseuchenkasse anmelden.

Des Weiteren empfiehlt sich der Besuch bei Schulungen, um sich vor dem Start theoretisches und auch praktischen Wissen anzueignen. Zudem kann der örtliche Imkerverein beratend zur Seite stehen. So kann er nicht nur bei der Vermittlung von Bienenvölkern und Zubehör behilflich sein, sondern berät auch bezüglich der Standortsuche oder Honigvermarktung und veranstaltet Schulungen und Wochenendkurse.

Quelle: http://www.ergo.com/de/Presse/Overview/Verbraucherthemen/Recht/2016-R/Texte/20160620-R-Staedter-halten-Bienen

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